Eine Kernsanierung lohnt sich, wenn mehrere große Systeme gleichzeitig am Ende sind: Elektrik, Wasser, Heizung und meist auch Fenster und Bäder. Ist nur ein Teil davon fällig, reicht in der Regel eine Teilsanierung. Sie ist günstiger, schneller und meist im bewohnten Haus möglich.
Die Entscheidung ist trotzdem nicht immer eindeutig. Wer heute nur das Bad macht und in drei Jahren die Elektrik, öffnet manche Wand zweimal. Wer alles auf einmal macht, braucht Budget und eine Ausweichwohnung. Diese Seite hilft Ihnen, die Frage für Ihr Haus zu sortieren.
Der Unterschied in einem Satz
| Kernsanierung | Teilsanierung | |
|---|---|---|
| Umfang | Alles bis auf die Hülle neu | Einzelne Räume, Etagen oder Gewerke |
| Dauer | 3-9 Monate | 4-12 Wochen |
| Wohnen | In der Regel nicht möglich | Meist möglich |
| Grundriss | Lässt sich frei neu ordnen | Einzelne Wände möglich |
| Förderung | Oft möglich, wenn Hülle oder Heizung dabei | Bei einzelnen energetischen Maßnahmen |
Fünf Zeichen, dass es eine Kernsanierung braucht
- 01Die Elektrik ist älter als 40 Jahre, es gibt kaum Stromkreise und keinen Fehlerstromschutz.
- 02Wasserleitungen aus verzinktem Stahl oder Blei, braunes Wasser nach längerer Standzeit.
- 03Die Heizung muss ohnehin raus, und mit ihr die Frage, ob Heizkörper oder Fußbodenheizung.
- 04Der Grundriss passt nicht mehr: kleine, abgeschlossene Räume, dunkler Flur, Küche ohne Verbindung zum Wohnen.
- 05Mehrere Bäder und Fenster sind am Ende, sodass ohnehin fast jeder Raum angefasst wird.
Treffen drei oder mehr Punkte zu, ist eine Kernsanierung meist die wirtschaftlichere Lösung. Die Gewerke lassen sich dann in einem Takt koordinieren, und keine Wand wird zweimal geöffnet.

Wann eine Teilsanierung die bessere Wahl ist
- Die Haustechnik wurde in den letzten 20 Jahren schon erneuert.
- Es stört vor allem ein Raum, etwa das Bad oder die Küche.
- Sie wollen oder müssen während der Arbeiten im Haus wohnen.
- Das Budget lässt sich besser über mehrere Jahre verteilen.
Wichtig ist dann die Reihenfolge. Wer die Elektrik in zwei Jahren ohnehin erneuern will, sollte beim Bad schon die Leitungen für später vorsehen. Wir planen abschnittsweise Sanierungen so, dass nichts doppelt gemacht werden muss.
Ein Beispiel aus Mönchengladbach: In einer 3-Zimmer-Wohnung mit ca. 85 m² haben wir Bad und Gäste-WC neu gefliest, alle Böden erneuert und gestrichen. Projektsumme: 19.000 €, also rund 220 € pro m². Die Vollsanierungen in unseren Projekten lagen dagegen bei rund 760 bis 800 € pro m².
Checkliste für den Hauskauf
Wer ein älteres Haus kauft, sollte vor der Unterschrift grob wissen, was auf ihn zukommt. Diese Punkte können Sie bei der Besichtigung selbst prüfen:
- Baujahr von Heizung, Fenstern und Dach (oft auf Typenschildern oder in den Unterlagen)
- Sicherungskasten: Schraubsicherungen oder moderne Automaten? Gibt es einen FI-Schalter?
- Feuchte Stellen, Ausblühungen oder Geruch im Keller
- Zustand der Bäder und ob Fliesen hohl klingen
- Risse an Fassade und Innenwänden
- Grundrisse und Baupläne vorhanden?
Verbindlich wird es mit einem Vor-Ort-Termin. Wir sehen uns das Haus an, sagen Ihnen ehrlich, was dringend ist und was warten kann, und rechnen beides getrennt. Auch wenn das manchmal weniger Auftrag für uns bedeutet.
Was es kostet
Eine Kernsanierung liegt grob zwischen 800 und 1.900 € pro Quadratmeter Wohnfläche, eine Teilsanierung je nach Umfang deutlich darunter. Mit dem Kostenrechner bekommen Sie für beide Varianten eine erste Spanne, und können sie direkt vergleichen.
Stand: Oktober 2026 · Andreas Miller, Miller Sanierung


